9 Antworten Neueste Antwort am 15.01.2018 13:52 von mthehell RSS

    Sportrechte 2018 - Ein Ausblick mit Spekulationen

    mthehell

      Sportcheck Special: Das Rechtekarrussel dreht sich weiter – Quotenmeter.de

       

      Welche Rechte wandern im kommenden Jahr wohin? Quotenmeter.de gibt einen Überblick.


      2016 wurden mit großem Tamtam die Bundesliga-Rechte für die Spielzeiten zwischen Sommer 2017 und Sommer 2021 vergeben. 2017 krallte sich Sky (gemeinsam mit Partner DAZN) die Champions League-Rechte. Das ZDF ist ab Sommer 2018 raus. Auch über die Zukunft der Formel1 wurde hitzig verhandelt. 2018 wird ein etwas ruhigeres Jahr, was auslaufende Verträge betrifft. Langweilig aber wird es nicht.

       

      Formel 1

      Bis zuletzt liefen die Rennen der Formel1, die sich ab Ende März mit einem neuen Logo präsentiert, parallel bei RTL und Sky. War es eigentlich der Wunsch von Formel 1-Besitzer Liberty Media, ab 2018 eine Teil-Exklusivität für das Pay-TV zu schaffen, bleiben aber nun doch alle Rennen frei empfangbar. Von einem 3-Jahres-Vertrag für RTL ist die Rede. Mit Sky als Pay-Partner muss nun nochmal neu verhandelt werden. Der Sender wird den Betrag, den man bereit ist zu zahlen, sicherlich deutlich nach unten korrigieren.

      Wahrscheinlichstes Szenario: Neben RTL bleibt auch Sky an Bord. Für Sky Deutschland bedeutet die Formel1 einen recht geringen Aufwand bei guten Zuschauerzahlen von gut und gerne einer halben Million. Denn: Die Produktion wird teils von den englischen Kollegen mit erledigt und da spielt es keine Rolle, ob Sky UK drei Kameras und fünf Mikros mehr einpackt. Als eher unwahrscheinlich gilt, dass Sky auf die Rechte pfeift, um dann 2020 als Nicht-Rechteinhaber aus anderer Verhandlungsposition das Vorhaben der Exklusivität im Pay-TV neu anzugehen.

      Wahrscheinlichkeit: 80%

       

      Wimbledon

       

      Sky hält die Exklusiv-Rechte am traditionsreichen Turnier in London. Auch wenn es der größte Grand-Slam im Tennis ist, stehen die Wimbledon-Rechte hierzulande nicht so hoch im Kurs wie die anderer Sportarten. Das bietet zwar theoretisch Chancen für die Einstieg neuer Wettbewerber. Für Sky ist das Turnier aber eine gute Möglichkeit im sonst sport-schwachen Sommer sein Angebot zu füllen. Für 2018 hat Sky die Rechte noch, für den Zeitraum ab 2019 muss neu verhandelt werden.

      Wahrscheinlichstes Szenario: In England hat Sky zuletzt ein bisschen die Lust am Tennis verloren. Amazon konnte zu vergleichsweise niedrigen Preisen bei der ATP einsteigen (ab 2019). In Deutschland jedoch hat man das Tennis-Angebot erst 2017 erheblich ausgedehnt. Am Tennissport wird man erkennen können, ob die Sky-Manager die Marktlagen wirklich immer unabhängig voneinander bewerten. Für Sky Deutschland nämlich würde eine Verlängerung des Vertrages viel Sinn ergeben. DAZN und Eurosport könnten aber in Lauerposition stehen. Tendenz: Es wird eine knappe Kiste, an deren Ende Sky als bisheriger TV-Partner mit guten Kritiken Gewinner sein könnte.

      Wahrscheinlichkeit: 55%

       

      DFB-Pokal

       

      Noch etwas weiter weg ist das Ende des aktuellen TV-Vertrags beim DFB-Pokal. Dieser hat eine Gültigkeit bis Sommer 2019, die nächste Ausschreibung dürfte aber Ende 2018 anstehen. Aktuell sind Das Erste und Sky die Inhaber an Live-Rechten.

      Wahrscheinlichstes Szenario: Im Free-TV könnte Das Erste erhebliche Konkurrenz bekommen. Auch das ZDF wird in Ermangelung an Champions League-Spielen durchaus Lust haben auf große Fußball-Abende. Denn: Der deutsche Pokal holt nicht selten sogar höhere Quoten als die große Champions League. Das dürfte auch RTL nicht entgangen sein. Der Sender, der aktuell schon die Nationalmannschaft beheimatet, könnte mit dem Recht sein Programm erheblich aufhübschen. Im Pay-TV ist der Pokal unter den Klub-Wettbewerben sicherlich das am wenigsten interessante Recht für Pay-TV-Sender Sky. Weil die Rechtekosten überschaubar sind, könnten auch andere Player in den Markt drängen. Es wird durchaus spannend zu sehen sein, ob ein Dienst wie Amazon hier einen ersten vorsichtigen Schritt in diesem Feld wagt. Kurzum: Vieles ist offen, weil sich auch niemand bisher ganz klar positioniert hat. Daher: Der Pokal wird auch nach 2019 eher im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bleiben. Im Pay-TV setzt sich Sky wieder durch, nicht aber ohne hartem Kampf.

      Wahrscheinlichkeit: 50%

       

      Basketball-Bundesliga

       

      Klein, aber fein? So oder so ähnlich könnte man die Lage der Basketball-Bundesliga bezeichnen, die noch bis Sommer bei Telekom Sport beheimatet ist. Der Telekommunikationsgigant hatte in dieser Rechteperiode erstmals alle Spiele der BBL produziert und übertragen. Ein Spiel pro Woche leitet man auch an Sport1 ins Free-TV weiter. Aber: Aus der Liga selbst kam viel Kritik – die öffentliche Wahrnehmung (unter anderem im Free-TV) sei zu gering. Der Wunsch vor allem online und im Streaming-Bereich mehr Buzz zu erzeugen, wurde deutlich geäußert.

      Wahrscheinlichstes Szenario: Die Basketball Bundesliga bleibt weiter bei der Telekom. Konkurrenz ist nicht wirklich in Sicht. Sky würde die Liga nicht weiterhelfen, auch neuen Anbietern wie DAZN oder Amazon wäre damit nicht unbedingt gedient. Auch dort dürften die blutigen Nasen bekannt sein, die sich etwa ProSiebenMaxx mit dem Versuch den Basketball auf eine größere Bühne zu heben, zuzog. Auch im Free-TV drängt sich kein anderes Modell auf das als bisherige.

      Wahrscheinlichkeit: 60%

       

      Blick ins Ausland:

      Premier League

       

      Äußerst spannende Situation in England: Wird es die Liga schaffen ihren Rekord-TV-Vertrag nochmal zu toppen? Aktuell teilen sich Sky und die British Telecom die Übertragungsrechte der wichtigsten Fußballliga der Welt. Beide wollen auch nun wieder mitbieten. Im Februar sollen die Rechte den Besitzer wechseln. Um noch mehr Geld zu erlösen, hat die Liga mehr Spiele für Live-Übertragungen angeboten. Weiter wird gelten, dass man in England aus Rücksicht auf den Amateur-Sport am Samstagnachmittag keine Live-Bilder zeigen darf. Klar ist: Acht Spiele der Premier League laufen ab der kommenden Saison erstmals zur Primetime am Samstag. Ausgeschrieben sind sieben unterschiedliche Pakete mit insgesamt 200 (von 380) Spielen. In England gilt die Regel, dass mindestens zwei Unternehmen den Zuschlag kriegen müssen. Zudem sieht sie vor, dass kein Unternehmen mehr als 148 Spiele erwerben darf.

      Wahrscheinlichstes Szenario: Für die Premier League wird es schwer, die Erlöse aus dem TV-Bereich weiter zu steigern. Das Level zu halten, wäre schon ein Erfolg. Denn: Anders als vor drei Jahren, als BT ganz wild auf die Liga war, machte die neue Führung der Firma zuletzt deutlich, die Liga nicht mehr um jeden Preis zu brauchen. Eine Preistreiberei mit Sky wie zuletzt soll es so nicht mehr geben. Player wie Amazon, das in England im Bereich Tennis eingestiegen ist, dürften bei den hohen Summen (noch) nicht mitgehen. Entsprechend dürften Sky und BT weiter Partner der Premier League bleiben. Diese Einschätzung teilten jüngst auch Sportrechte-Experten wie Robin Jellis.

      Wahrscheinlichkeit: 75%

      Und in Deutschland? Hier hat sich DAZN zuletzt die Rechte geschnappt. Der Dienst dürfte weiter interessiert sein, die Liga bei sich zu behalten. Die Frage ist nur, ob man auch weiterhin so tief wie aktuell in die Tasche greifen möchte. Und: Wie positioniert sich Sky? Will man gerne zurückschlagen oder ist es mit Blick auf die Reichweiten der Liga (teils nur 20.000 Zuschauer pro Spiel) auch einfach okay, wenn englischer Fußball bei DAZN bleibt?

       

      Serie A

       

      Auch in Italien wird um die Übertragungsrechte gekämpft – im Sommer startet eine neue Periode. Zuletzt musste die Liga den Bieterprozess abbrechen, weil Sky und DAZN deutlich zu wenig geboten hatten. Eine neue Ausschreibung beginnt nun. Die Liga machte schon deutlich, dass man im Falle erneut zu niedriger Angebote einen eigenen Sender starten wolle. Drohkulisse oder doch mehr?

      Wahrscheinlichstes Szenario: Weil sicher nun mal sicher ist, wird die Serie A den vermutlich nun etwas höheren Angeboten von Sky und DAZN zustimmen.

      Wahrscheinlichkeit: 65%

      Und in Deutschland? Für das Nischen-Produkt Serie A dürfte sich hierzulande kaum ein Abnehmer abseits von DAZN finden.

       

      Kleinkram – oder: Was sonst noch passiert…

       

      Die Champions League wechselt ab Sommer komplett ins Bezahlfernsehen. Unklar ist weiterhin die exakte Aufteilung der Spiele zwischen DAZN und Sky. Durchgesickert ist, dass Sky alle Spiele in der Konferenz zeigen wird – Kunden verpassen also kein Tor. Einzelspiele gibt man teils aber an DAZN ab. Eigentlich wollte Sky noch in diesem Jahr über die exakte Aufteilung informieren, bisher aber gab es dazu keine konkreten Aussagen.

       

      Die quotenschwache DTM wechselt von der ARD rüber zu Sat.1. «ran Racing» wird zwei Jahre lang am Wochenende zu sehen sein und dort Scripted Realitys ersetzen. Für den Zuschauer vielleicht kein schlechter Tausch. Und noch ein anderes eher wenig beachtetes Recht hat sich ran gesichert: Beach-Volleyball. Hier war Sky ausgestiegen. ProSieben Maxx wird im Sommer von den Anlagen und Stränden berichten.

        • Re: Sportrechte 2018 - Ein Ausblick mit Spekulationen
          klausi67

          DFB-Pokal wird bestimmt interessant werden ich würde als DAZN den auch versuchen zu bekommen oder Eurosport der rest ist ja nicht so aktuell und Sky wird nicht die PL wieder zurück bekommen denke ich das ist DAZN`s zugferd und so bescheiden wie Sky übertragen hat ohne Magazine und Konferenzen und teilweise nur 2-3 Spiele hoffe ich auch persönlich das sie bei DAZN bleiben...

          • Re: Sportrechte 2018 - Ein Ausblick mit Spekulationen
            ziggy4711

            Sehr gute Übersicht, Deine Prognosen sehe ich weniger spekulativ sondern eher realistisch. Was die PL angeht, teile ich die Ansicht von klausi67, auch ich wäre mit dem Verbleib bei DAZN nicht unzufrieden...

            • Re: Sportrechte 2018 - Ein Ausblick mit Spekulationen
              stephan1

              Kleine Ergänzung: auch die DEL läuft mit allen Spielen über die Telekom .

              • Re: Sportrechte 2018 - Ein Ausblick mit Spekulationen
                mthehell

                Was sind die FAANG? – Quotenmeter.de

                Angel-Sport im neuen SportCheck? Mitnichten. Wieso Fußballligen auf die ‚FAANG‘ hoffen – und wie es in Sachen La Liga-Rechte aktuell aussieht…


                Die Ausschreibungen der TV-Rechte in den großen europäischen Fußball-Ligen sind zu Gange. Während Italien und Frankreich solche vorbereiten, geht es in England in den nächsten Wochen um’s Ganze. Zum Überblick: In England haben sich zuletzt die aktuellen Rechteinhaber Sky und BT verbrüdert, es ist hier also nicht zu erwarten, dass beide Unternehmen sich bis an die oberste Schmerzgrenze nach oben bieten.

                 

                In Italien hatten Sky und DAZN Interesse an den beiden großen Paketen – beide wollten je eins davon. Die Serie A hat die Angebote nicht angenommen, weil sie sie für zu niedrig hielt. Seitdem wird eine neue Bieterrunde unter Androhung eines eigenen Ligasenders vorbereitet.

                In Frankreich gelten BeIn und Canal+, die aktuell schon Rechte haben, als Favoriten auch in der kommenden Runde. Beide Unternehmen können gut damit leben, dass auch der jeweils andere ein Stück vom Kuchen abbekommt.


                Preistreiberei sieht – zum Leidwesen der Ligen – anders aus. Längst ist durchgeschickert, dass die Pläne der großen Mobilfunk- und Telekommunikationsunternehmen wie der British Telecom nicht aufgegangen sind.

                 

                Ziel der teuren Sportrechte war ja, dass mehr Kunden von der Sport-losen Konkurrenz rüberwechseln. Das passierte auch, aber nicht in ausreichendem Maße. So wird gemunkelt, dass BT in etwa nur die Hälfte der Kosten hat decken können. Das hat schon jetzt Folgen auf dem französischen Markt. Salopp formuliert hat Altice, das Unternehmen, das für eine Mega-Summe ab Sommer die exklusiven Champions- und Europa League-Rechte hält, schon jetzt nur noch begrenzt Lust auf teuren Sport. Seit Erwerb der Rechte ist durchgedrungen, dass der Mutterkonzern in finanziellen Schwierigkeiten steckt – die Aktie gab um fast die Hälfte nach.

                Zuletzt musste man eine Gewinnwarnung heraus geben – die Umsätze seien nochmal um sieben Prozent gefallen. Das Pay-TV-Angebot von Altice hatte zuletzt knapp 20.000 Kunden. Aktuell zeigt man dort schon die englische Premier League.


                Kurzum: Die Telekommunikations-Firmen ziehen nicht mehr als Schreckgespenster der etablierten Sender. Deshalb hoffen die nationalen Ligen jetzt auf die ‚FAANG‘-Unternehmen. Damit werden Dienste der Größenordnung Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google gemeint. Einige von ihnen haben ihre Fühler im US-Sport schon ausgestreckt. Einzig Netflix will sich aus dem Live-Sport (aktuell) heraushalten. Genährt werden die Hoffnungen durch die Ankündigung von Amazon, für die Premier League in England mit zu bieten und wohl einen dreistelligen Mio. Pfund-Betrag pro Jahr zu investieren. Wie lukrativ die teuren Rechte für den Versandhändler wirklich sind, darüber wird unter Experten gestritten.

                 

                Vor diesem Hintergrund hat auch die französische Ligue1 reagiert. Von einer einst mal für Ende 2017 geplanten Rechteausschreibung für den Zeitraum ab Sommer 2019 ist bis jetzt nichts zu hören. Sie kann somit frühestens im Frühjahr starten, nicht wenige meinen aber, dass eine Entscheidung erst im Sommer oder gar Herbst fallen könnte.

                 

                Alles klar bei La Liga

                 

                Die spanische Primera Division, auch La Liga genannt, hat ihre Auslandsrechte in einigen Ländern unter Dach und Fach gebracht. In der ersten Runde über den Tisch gingen sie unter anderem im Vereinten Königreich, in Frankreich und auch in Deutschland. Da die Ausschreibungsmodalitäten vorschreiben, dass das erwerbende Unternehmen alle Spiele zeigen muss, ist hierzulande von einem begrenzten Bieterkreis auszugehen. Anders gesagt: Die Wahrscheinlichkeit dass die Perform Group für ihren auf internationalen Fußball spezialisierten Dienst DAZN zugeschlagen hat, ist hoch. Noch keine Entscheidung gibt es unter anderem in Italien – dort wird in einer zweiten Runde nochmal verhandelt.


                Formel 1-Rechte: Stotternde Motoren im europäischen Pay-TV


                Mitte Dezember nahm RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann deutschen Rennsport-Fans erste Sorgen um die Zukunft der Formel 1 im deutschen Fernsehen: Bis 2020 wird die Formel 1 im Free-TV weiterhin bei RTL zu sehen sein. Da einem Exklusiv-Deal für Sky, der hinter den Kulissen lange Zeit im Raum stand, damit ein Riegel vorgeschoben wurde, ziehen sich die Verhandlungen im deutschen Bezahlfernsehen weiter. Dabei beginnt die Formel-1-Saison 2018 bereits in knapp zwei Monaten.

                 

                Nicht nur in Deutschland führen Pay-TV-Anbieter die Gespräche wie Sky jedoch scheinbar mit angezogener Handbremse. Erst am Freitag gab die Formel 1 in Spanien die Vertragsverlängerung mit Pay-TV-Sender Movistar+ bekannt, womit die nächsten drei Jahre in einem der wichtigsten europäischen Märkte gesichert sind. Abgesehen vom deutschen Pay-TV wartet die Formel 1 allerdings weiterhin darauf, in Italien eine Einigung für die Zeit zwischen 2018 und 2020 zu vermelden. Kurz vor Saisonstart müssen sich Formel 1-Fans im Heimatland von Ferrari also weiter in Geduld üben.


                Anm.: So zeigt sich, dass manche Länder einfach akzeptiert haben, dass der Kuchen nicht mehr von einem Bäcker kommt - und zeigen auch den Ligen den Vogel, weil die mit überzogenen Forderungen ankommen. Gut so.

                Ich hoffe, Sky zieht ebenfalls die richtigen Schlüsse und lässt sich weder von der DFL einen Phantasiepreis aus der Nase ziehen noch treibt man den Abbau des Gesamtprogramms weiter voran um eine zweifelhafte Exklusivität bei einer Sportart zu finanzieren.