5 Antworten Neueste Antwort am 22.12.2014 12:35 von skai RSS

    Spinnen die bei Sky England?

    Didi Duster

      Habe gelesen, dass bei Sky England der ehemalige Klassespieler Thierry Henry als Sky Experte einen 6 Jahres Vertrag bekommen hat.

      Dafür bekommt er ein Gehalt von 5 Millionen EUR im Jahr!!

      Die Zahlen muss man sich erstmal klarmachen - dann kann man sich nur verständnislos wundern. So werden bei Sky die Abogebühren

      verpulvert! Kein Wunder, dass Sky immer mehr Werbung schalten muss und dafür das Programm immer schlechter wird. Irgendwo muss die Kohle

      ja herkommen, die auf der anderen Seite wieder rausgeschmissen wird. Da kann man sich nur wundern und ärgern!

        • Re: Spinnen die bei Sky England?
          quetschung

          Das ist normal beim Fernsehen ,Sky kannste kündigen ,die Öffendlich rechtlichen nicht.

          • Re: Spinnen die bei Sky England?
            ellobo

            und ich möchte nicht wissen was diese spinner wie beckenbauer und co von sky an kohle in den hintern geblasen bekommen.

            für die kohle sollte sky mal seine server kapazitäten vernünftig ausbauen, dann hätte man endlich bei fussball-liveübertragungen ein vernüftiges bild!!

            • Re: Spinnen die bei Sky England?
              mattx

              Das ist nun aber eher ein komplexes Systemproblem. So komplex, daß man es mit Fragen wie "warum bekommt der CEO 20 Millionen während der Typ am Hochofen nur 20 Tausend verdient", "inwiefern unterstützt der Wähler der CDU Krieg" oder dem Hunger in der Welt vergbinden muß. Unser Wirtschafts- und Geldsystem basiert nunmal per se auf "Wegnehmen", nicht mehr auf Tausch. Egal, zum Hintergund:
              Wir sind daran schuld.

              Die unkritische Haltung, Unterstützung und Bewunderung gegenüber populären Stars lässt sich im Grunde einfach erklären, auch wenn diese erwiesenermaßen weder wichtige Bedürfnisse des Einzelnen noch der Allgemeinheit erfüllen. Dahinter stecken die ältesten psychologischen Muster wie Wahrnehmung, Obrigkeit und Identifikation.


              Die meisten Leute konsumieren heutzutage halt seichte Unterhaltung und Boulevardmedien (was wiederum auf Bildung und Erziehung fußt). Für diese Menschen ist alles außerhalb von Sensationen und Superduperstars jenseits der Wahrnehmungsschwelle. Für deren Wahrnehmung gibt es nur "interessiert mich nicht" (Politik, Hintergründe, etc..) oder "saugeil".

              Um es über diese Wahrnehmungsschwelle zu schaffen, gibt es nur wenige Regeln. Macht den TV am Abend an und findet diese Regeln selbst heraus, die es braucht um einen Personenkult zu begründen. In den wenigsten Fällen wird es tatsächlich eine "Leistung" sein, die nach irgendwelchen rationalen Maßstäben bewertet werden kann.
              Es werden banale Dinge sein. Dinge wie  Aussehen oder Geld. Oder daß einer das Brot und Spiele Prinzip etwas besser beherrscht als der Andere.

               

              Leute, die aus der unbekannten Masse emporsteigen und das Bedürfnis der Menschen "aufzuschauen" befriedigen, müssen nur eines bieten, nämlich Identität, um die tief verankerte Sehnsucht nach Obrigkeit und Größe auf die Figur zu projizieren.

              Es ist immer dasselbe - egal ob's Königshäuser, Popstars, Sportler oder Politiker interessant macht.

              Vergleichbar mit dem, was man ein Idol nennt. In die Sozialwissenschaft übersetzt heißt das: Identität. Stars bieten viele Identifikationsmuster. Es ist die neue Dimension dessen, was seit Jahrzehnten so gut funktioniert: Die Geschichten von den Schönen, Reichen, Adeligen - mit denen wir uns umso lieber identifizieren, je unsicherer die eigene gesellschaftliche Position ist, je größer die Verarmungsängste sind und je größer die durch das Umfeld geweckten Hoffnungen auf ein wenig Ästhetik, Glanz und Geld für einen selbst sind.

               

              Die andere Seite neben der sozialwissenschaftlichen ist die des "Marktes", welcher sich weit von seiner ursprünglichen Aufgabe entfernt hat.

              Liste der 500 reichsten Deutschen – Wikipedia

               

              Diese enorme Wertsteigerung wurde aber nicht von  Inhabern von Aktien oder duch die Eigentümer selbst erreicht, sondern von den Mitarbeitern der Firmen. Die Aktieninhaber haben ihre Wertsteigerung erreicht ohne Arbeit, ohne eigene Leistung, ohne eigenes Zutun. Nein, mit Leistung hat dies alles nichts mehr zu tun. Gerade die wirklichen Leistungsträger in dieser Gesellschaft müssen erfahren, daß sie ihre Leistung immer weniger Wert hat und mit Füßen getreten wird oder man ihnen gar den Zugang zur Leistung verweigert.

               

              Da wird eine neue Heils- und Glücksbotschaft verkündet, von den Hohepriestern der Wirtschaft. Da wird von freien Märkten, Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung geschwärmt, mit ihren segensreichen Auswirkungen für alle Gläubigen. Man sieht überall nur Gewinner. Alle schwärmen, niemand wundert sich, niemand stellt Fragen. Und äußerst man sich kritisch oder hinterfragt, so ist er hinfort ein Ketzer:

              Solchen Menschen kann man alles unterstellen. Sie gehören einer Sozialmafia an, verweigern sich dem seligmachenden Fortschritt, sehen nicht die Notwendigkeiten und sind überhaupt rückwärtsgewandt und unverbesserlich.

              Und gerecht ist das ganze natürlich sowieso! Denn wer fleißig die Gebote beachtet, der wird belohnt werden. Aber nicht erst im seeligen Himmelreich; Nein!, schon hier auf Erden! Aber wer zu den Sündern, zu den Zweiflern und Nörglern gehört, tja, der wird zu nix kommen und ist somit selber schuld. Er wollte es ja nicht anders. Hat halt seinen eigenen Kopf gehabt, war zu unflexibel, hat nicht ordentlich genug gelernt und sich nicht genug Mühe gegeben. Dabei wäre es doch so leicht gewesen.

               

              In erschreckender Weise zeigt sich hinter diesem Zerrbild ein neuer Totalitarismus. Und er hat eine neue Qualität, die bei weitem gefährlichste, erreicht: Er wird nämlich gar nicht erst erkannt.

              Der neue Feudalismus lebt, wie der alte, von der Unwissenheit der breiten Masse. Denn alle singen das gleiche Lied vom Wettbewerb und von notwendigen Anpassungen.

              Unsere deutsche Wirtschaftsverfassung ist nicht gerade gesund. Niemand würde das angesichts der vielen Arbeitslosen, der Schwierigkeiten bei den Renten- und Krankenkassen und angesichts der stets wachsenden Staatsverschuldung ernsthaft bestreiten. Doch die 'Ärzte' streiten endlos, um welche 'Krankheit' es sich handelt und wie sie zu behandeln ist.

               

              Sie ist eine schleichende Krankheit. Sie vollzieht sich langsam - über Jahrzehnte. Daher fällt es schwer, Ursachen und Wirkungen und überhaupt die Ursachen zu erkennen. Ich nenne die Krankheit, an der unsere Wirtschaftsverfassung leidet, "moderner Feudalismus".

              Unsere Rechtsordnung lässt zu, dass ein in Deutschland 'als Deutscher' geborener Mensch sein Leben dazu verdammt sein kann, für den Fleck Erde, auf dem er lebt, an einen anderen 'bezahlen' zu müssen. Miete oder Pacht nennt man das, und man findet nichts ungewöhnliches dabei. Unsere Rechtsordnung lässt weiter zu, dass man in unserem Land unbegrenzt Vermögen ('Kapital') erwerben und ansammeln darf. Auch das scheint uns nicht weiter problematisch. Wer strebt nicht danach, sich ein 'kleines Vermögen' anzusparen?

              Problematisch wird es aber dann, wenn das Vermögen eines Einzelnen eine Größe annimmt, die einerseits die Möglichkeiten und Chancen anderer zunichte macht und die andererseits ein Einkommen in einer Größenordnung sichert, bei dem ein anderer mit noch so gut bezahlter Arbeit nicht mehr mithalten kann.

              Wenn jemand ein Vermögen von beispielsweise 100 Millionen Euro wert besitzt, dann nutzt er davon vielleicht einen Anteil von 1 Millionen Euro völlig für sich selbst. Die übrigen 99 Millionen sind möglichst gewinnbringend angelegt in Aktien, Anleihen, Mietshäuser usw. Die Renditen hierfür liegen normalerweise bei 5% bis 10% jährlich, manchmal mehr, manchmal weniger. Das sind also rund 5 bis 10 Millionen € Einkünfte jährlich allein aufgrund des Vermögens. Ob derjenige noch einem Beruf als Gartenzwergverkäufer nachgeht, fällt dabei gar nicht mehr ins Gewicht.

               

              An sich ist es auch gar nicht schlimm, dass jemand gut verdient.

              Problematisch ist 'die Sache mit den hohen Kapitaleinkünften' durch zweierlei Dinge:

              1. Durch die Begrenztheit der Ressourcen

              2. Durch die ungleichen Chancen.

               

              Kapitaleinkünfte setzen Eigentum an bestimmten Ressourcen voraus, die gar nicht oder nur sehr begrenzt vermehrt werden können. Bei diesen Ressourcen handelt es sich vor allem um Grund und Boden und um Industrie- und Gewerbevermögen. Jedem ist klar, dass der Grund und Boden der Bundesrepublik Deutschland nicht vermehrt werden kann (sieht man einmal von den Methoden eines gewissen „Führers“ oder dem Imperialismus der „Neuen Welt“ ab – doch dazu später mehr)

              Durch den wirtschaftlichen Wettbewerb ist freilich auch das Industrie- und Gewerbevermögen begrenzt. Ein Unternehmen wie beispielsweise BASF könnte in Deutschland wohl kaum noch ein zweites Mal neben dem bereits bestehenden existieren. Außerdem braucht jede Industrie und jeder Betrieb Grund und Boden. Und dieser ist, wie gesagt, begrenzt.

               

              Die Insel

              Es ist nur logisch, dass wenn beispielsweise der Grund und Boden einer mit 100 Einwohnern belebten Insel allein dreien dieser Einwohner gehört, die anderen 97 Einwohner in Miete leben müssen. Sie müssen auch in abhängiger Arbeit ihr Brot verdienen, weil der einzige Betrieb der Insel (nach der Rechtsordnung) Bestandteil von Grund und Boden ist und damit den drei Wohlhabenden gehört. Die 97 anderen haben keine Möglichkeit zur 'Selbständigkeit', es sei denn sie zahlen Miete oder Pacht für den Boden, auf dem sie ihr 'eigenes' Unternehmen betreiben würden.

              Die Kumulation von Vermögen in den Händen Weniger ist unverkennbar und beschneidet zwangsläufig die Möglichkeiten der anderen.

               

              Das Verhältnis der Einkünfte eines Wohlhabenden aus Kapital und des Einkommens eines Durchschnittsbürgers (erst recht eines Habenichts) ist schon so krass, dass es letzterem schlicht unmöglich ist, hinsichtlich des Kapitalzuwachses mit den Reichen mitzuhalten.

              Zum Vergleich ein vereinfachtes Beispiel: Die Besoldung eines deutschen Rettungssanitäters liegt bei ca. 20.000 Euro jährlich. Dafür müssen diese hart arbeiten. Die Einkünfte der „Reichen“ (nicht aus Arbeit, sondern aus Kapital) liegen bei weit über 1 Millionen DM oder auch bei über 10 Millionen DM jährlich. Zieht man bei beiden 15.000 € für die Lebensführung ab, so könnte der Sanitäter alle 200 Jahre ein neues Mietshaus im Wert von 1 Millionen DM erwerben. In derselben Zeit kauft der Wohlhabende allein mit seinen 'Zinsen' zehn bis hundert solcher Häuser.

               

              Da, wie gezeigt, Grund und Boden begrenzt sind, kann nicht jeder, der will, Mietshäuser kaufen. Statt dessen passen die Preise sich der Nachfrage an. Und, wie wohl offensichtlich: Der Reiche kann allein aufgrund seines Einkommens ein hundertfaches von dem bezahlen, was jeder andere kann. Auch wenn jemand, der nicht Nachkomme reicher Vorfahren ist und der kein Vermögen besitzt, noch so hart arbeitet: Er hat gegen die Kapitalansammlung eines Reichen niemals eine Chance.

               

              Man kann die Wirtschaft gut und durchaus treffend mit dem Blutkreislauf des Menschen vergleichen. Das Geld ist das Blut, das die Zellen bzw. die Menschen versorgt, die irgendwo in dem Organismus an einem der unzähligen Blutgefäße angesiedelt sind. Je größer das Blutgefäß ist, an dem ein Mensch sein Lager aufgeschlagen hat, desto mehr Geld fließt ihm ständig zu. Die Reichen umlagern also die Aorta und die Armen irgend welche weit entfernten kleinen Äderchen, in denen womöglich schon kein Blut mehr fließt. In einem gesunden Organismus werden alle Zellen (Menschen) gut versorgt. Ist der Blutkreislauf krank und konzentriert der Blutkreislauf (Geldkreislauf) sich immer mehr auf die großen und immer größer werdenden Blutgefäße, dann kommt in weiten Teilen des Organismus der Blutfluss, d. h. das Wirtschaftsleben zum erliegen. Die DDR hat uns das bis in die Gegenwart sehr deutlich gemacht. Die Wirtschaft floriert nur dann, wenn alle hinreichend am Geldfluss partizipieren. Es ist ein Irrglaube, dass die wenigen Wohlhabenden das Geld, das sie erhalten, wieder so in die Wirtschaft streuten, dass alle in diesem Sinne partizipieren. Eine Wirtschaft ist nur so lange gesund, wie der Unterschied zwischen großen und kleinen Blutgefäßen nur so groß ist, dass noch genügend Blut in den kleinen Gefäßen fließt. Fließt Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld bzw. -hilfe, dann ist diese Grenze bereits überschritten.

               

              Eines wird nach alledem deutlich. Die Diskussion um die Höhe der Einkommensteuer löst das Problem nicht. Dass jemand mit 5 Millionen € Kapitaleinkünften jährlich 40%, 50% oder 60% Steuern zahlen muss, wird ihm freilich mehr oder weniger lästig sein. Aber selbst bei 60% Steuer bleiben ihm noch 2 Millionen € übrig und damit hundertmal so viel wie unseren Rettungssanitäter (Und das ohne noch dafür arbeiten zu müssen). Diese Diskussion um die Höhe der Einkommensteuer verschleiert das Problem: Denn nicht die Höhe der Einkommen ist an sich schädlich, sondern die Verdrängung des weniger Begüterten durch den besser Begüterten bei der Vermögensansammlung.

               

              Nicht die Begrenzung von Einkommen schafft Abhilfe, sondern nur die Beschränkung von großen Vermögen. Artikel 14 Absatz 1 Grundgesetz lautet: 'Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.' Nur die Beschränkung des Vermögens der Wohlhabenden, das sie in Deutschland haben, gibt den weniger Begüterten hierzulande die Möglichkeit, sich ebenfalls Vermögen anzusparen.

               

              Muss Vermögensansammlung der Reichen nicht da eine Grenze finden, wo sie die von anderen unmöglich macht?

               

              Auch die Diskussion um 'Investitionsanreize' löst das Problem nicht. Im Gegenteil. Jeder, der Vermögen hat, wird es (soweit er es nicht privat nutzt oder verbraucht) so anzulegen versuchen, dass es möglichst hohen Ertrag bringt. Niemand, der schon ein Vermögen von vielleicht 100 Millionen € besitzt, ist nach unserer Wirtschaftsverfassung heute gezwungen, auf weiteren Vermögenszuwachs zu verzichten. Auch der darf nach wie vor 10%, 20% oder mehr Rendite erzielen. Die Entwicklung unserer Arbeitswelt geht immer mehr weg von menschlicher Arbeit und hin zu maschineller Arbeit. Roboter und Computer ersetzen Menschen - weil die Maschinen billiger sind und damit höhere Rendite versprechen.

              Deshalb wird nicht in Arbeitsplätze investiert, sondern in Betriebe mit neuester Technik, d. h. mit Computern und Robotern.

              Wer zu Investitionen 'anreizt', fördert diese Entwicklung; er schafft aber insgesamt gesehen nicht mehr Arbeitsplätze.

               

              Die Technisierung der Wirtschaft und der Verlust von 'Arbeitsplätzen' ist ja an sich gar nicht schlecht: Es ist schon ein alter der Traum der Menschen, Maschinen für sich arbeiten zu lassen, um selbst irgend welchen Vergnügen oder Interessen nachgehen zu können. Warum denn nicht?!! Niemand kommt hierzulande noch auf die Idee, anstelle eines Autos eine Sänfte zu benutzen, obwohl er dadurch immerhin vier Arbeitsplätze schaffen könnte. Wenn aber in einem Gemeinwesen die Güterproduktion durch Maschinen und nicht mehr durch Menschen erfolgt, dann sollte jedoch gewährleistet sein, dass nicht jeder Arbeitslose in Armut landet und nur noch von Sozialhilfe lebt. Die Chance zur Beteiligung an Kapital (insbesondere Industriekapital) muss allen eröffnet werden, und zwar in einer Weise, wo die Besitzenden hinten anstehen müssen.

               

              Insgesamt ist es heute jedoch so, dass wegen der Vermögenskonzentration (insbesondere hinsichtlich Grund und Boden) es dem Groß der deutschen Bevölkerung ein Leben lang unmöglich sein wird, sich aus Miete und abhängiger Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit zu befreien.

              Erkennt ihr den Feudalismus?

              Die wirtschaftlichen Zusammenhänge von Vermögen, Armut und von "Arbeitslosigkeit" waren im Altertum, im Mittelalter die gleichen wie heute: Starke Vermögenskummulationen bei den einen bedeutet immer Verdrängung (wenn nicht sogar Versklavung) bei den anderen.

               

              Die Ausbeutung ist ein uraltes Prinzip, ein Prinzip, das bis in die Anfänge der Zivilisation zurückreicht und seit dem Entstehen des Privateigentums immer mehr zur Determinante jeder Kultur geworden ist. Erste Formen der Ausbeutung bestanden noch in der primitiven Form der Sklaverei, einem Produktionsverhältnis also, das einem Menschen faktisch wie auch juristisch die Individualität abzusprechen versuchte, indem es ihn zum Eigentum eines anderen erklärte. Die Sklaverei war lange Zeit eine sehr erfolgreiche Form der Ausbeutung.

               

              Eine spätere Form der Ausbeutung entstand mit dem Feudalwesen, das erstmalig eine Form des Tausches zur Grundlage seiner Funktionsweise machte: Schutz, Land, oder Produktionsmittel wurden nach unten hin gegen umgekehrtes Leisten von Arbeit, Kriegsdienst und Abgaben eingetauscht. Im Vergleich zur Sklaverei hatte diese Funktionsweise bereits den Vorteil, dass durch die Tauschsituation vordergründig eine Art beidseitige Leistung suggeriert wurde, was ich allerdings für den dialektischen Zusammenhang zwischen Herrschern und Beherrschten zu keinem Zeitpunkt der Geschichte für relevant halte, da es auch im Mittelalter Bauernaufstände und offene Revolte immer genau dann gab, wenn große materielle Not herrschte, nicht, wenn es prinzipielle Nichtübereinkunft mit politischen Verhältnissen jedweder Art gab.

               

              Einen weiteren bedeutenden Wandel machte die Geschichte der Ausbeutung am Ende der Aufklärung durch: Langjähriges Wirken von Philosophen wie Kant, Locke, Voltaire oder Rousseau spiegelte eine schleichende Veränderung wider, die erst 1789 explodierte, als sich in Frankreich die bürgerliche Vertretung des Dritten Standes zur Nationalversammlung erklärte und wenig später die Erarbeitung einer Verfassung forderte.

              In den folgenden Jahren folgten die Abschaffung des Adels, wesentliche Beschneidung bzw Aufhebung der monarchischen Willkürherrschaft und vor allem das Entstehen einer neuen Art der Produktion.

               

              In England hatte zu diesem Zeitpunkt schon die weltgeschichtliche Phase begonnen, die man heute als Industrialisierung bezeichnet.

              Mit den Millionen von Arbeitern, die in absoluter Armut lebten und gezwungen waren, für lächerlichste Löhne bis zu 20 Stunden täglich zu schuften, war im England des frühen 19.Jahrhunderts eine neue Klasse, das Proletariat, geboren. Formal völlig frei waren die Menschen jener Klasse in Wirklichkeit so stark an ihre Arbeitgeber gebunden, dass ihre tatsächliche Lage sie kaum von denen eines römischen Sklaven unterschied, mit Sicherheit zumindest nicht in positivem Sinne.

              Bereits Kinder mussten stundenlang arbeiten, da ihre Eltern sie nicht mehr alleine ernähren konnten, diesen Kindern wurde schon in frühsten Jahren ihre Jugend geraubt, die sie bei einer Lebenserwartung von weniger als 20 Jahren nie zurückbekommen sollten. Mittlerweile gibt es ähnliche Verhältnisse in England nicht mehr, ebensowenig in Deutschland oder einem anderen westlichen Land. Verschwunden ist sie aber dennoch nicht, im Gegenteil:

              In Dritte-Welt-Ländern und Schwellenländern wird auch heute noch unter ähnlichen Bedingungen produziert: Geringe Löhne, absolute Enge, schlechte Hygienesituation und Kinderarbeit.

               

              Jetzt könnte man sich Folgendes fragen: Worin aber liegt der Zweck der Ausbeutung? Könnte es nicht auch eine Gesellschaft ohne Ausbeutung geben?

              Nun, eine solche Gesellschaft ist theoretisch vielfach konzipiert und propagiert, praktisch aber nie erreicht worden.

               

              Der Punkt ist, dass private Unternehmer sich in einer ständigen Konkurrenzsituation befinden, die sie zu keinem größeren Zugeständnis an die Arbeitnehmer befähigt, ohne die Konkurrenzfähigkeit des Konzerns zu gefährden. Karl Marx hat in seinem ökonomischen Hauptwerk "Das Kapital" eine Theorie entwickelt, die das Phänomen der Ausbeutung analysieren soll und die auch in einer viel fortgeschrittenen Form des Kapitalismus bei unzähligen Nichtmarxisten auf Zustimmung stößt. Diese Theorie nennt sich die Mehrwerttheorie und zeichnet sich im Wesentlichen dadurch aus, dass Ausbeutung zu einer mathematisch feststellbaren Variable gemacht wurde, die sich ganz einfach aus der Differenz zwischen dem tatsächlichen Profit und dem zu seiner Erringung geleisteten Lohn ergibt.

              In der kapitalistischen Extremsituation, in der Eigentum und Arbeit personell vollständig getrennt wurden (d.h. Die Arbeitenden besitzen nicht und die Besitzenden arbeiten nicht), ist es für den Arbeiter theoretisch unmöglich, seinen Status zu verbessern, da er kein Eigentum an Produktionsmitteln (Rohstoffen und Maschinen) hat und damit auf die seines Arbeitgebers angewiesen ist. Im Besitz der notwendigen Produktionsmittel wäre es dem Arbeiter möglich, die für ihn notwendige Menge an Gebrauchsgütern selbst zu produzieren und damit keinen Profit zu schaffen, da er alle Güter selbst konsumiert. Da diese Situation aber nicht der Realität entspricht, hat der Kapitalist die Möglichkeit, von seinem rechtlosen Arbeiter für die Leistung der wenigen benötigten Mittel zum Überleben ein Maß an Arbeit zu fordern, dass sich flexibel steigern lässt.

               

              In der Geschichte und in einigen Ländern auch noch in der Gegenwart wurde von dieser Möglichkeit stark Gebrauch gemacht und es war eigentlich dieser Nährboden, der die modernen sozialistischen Ideen entstehen ließ. Wenn also zur Herstellung sämtlicher benötigter Güter im Optimalfall 3 Stunden täglicher Arbeit benötigt würden, wird diese Arbeitszeit im Extremfall um das fünffache erhöht, damit arbeitet der Proletarier sozusagen drei Stunden für sich selbst und fünfzehn Stunden lang leistet er nichts als unbezahlte Arbeit für den Arbeitgeber.

              Den in diesen fünfzehn Stunden produzierte und vom Industriellen völlig ohne Abgabe eines gerechten Gegenwerts eingezogene Wert nennt Marx Mehrwert.

              Der Mehrwert ist im Prinzip die ökonomische oder in Wertform ausgedrückte Ausbeutung, er ist die überflüssige Arbeit, die ein ökonomisches Subjekt für ein anderes ohne Gegenleistung vollbringt.

              Den Beweis ihrer Richtigkeit erfährt diese Theorie meines Erachtens durch den Ausschluss der Möglichkeit ihrer Negation: Würde ein Kapitalist die Entlohnung seiner Arbeiter nicht mehr nach dem Prinzip der Ausbeutung ausrichten, erbrächte seine Fabrik keinen Gewinn mehr, er hätte keinen persönlichen Nutzen davon; aufgrund der stark erhöhten Produktpreise würde seine Firma sogar noch Verluste einfahren und schließlich auf dem Markt nicht bestehen können. Was wir also festhalten können ist Folgendes:

               

              1. Aus Profit bei der Produktion folgt zwingend Ausbeutung.

              2. Die Ausbeutung kann nur durch eine Umverteilung des Privateigentums oder die Abschaffung desselben temporär oder völlig aufgehoben werden.

              3. Die Ausbeutung ist die entscheidende Determinante, sie ist der Motor jedes Wirtschaftssystems der Klassengesellschaften.

              Daraus folgt:

              Die Ausbeutung ist ohne die Klassengesellschaft nicht denkbar, noch ist es das umgekehrte Verhältnis.

              Und von besonderer Wichtigkeit ist:

              Die Ausbeutung verfolgt keinen höheren Zweck - sie existiert nicht, um einen weiteren ökonomischen oder sozialen Vorgang auszulösen, sondern sie ist Selbstzweck. Die Ausbeutung ist um ihrer selbst, um der Ausbeutung, willen. Die Produktion von Mehrwert und damit die Akkumulation von Kapital findet statt, um eine Person (den Kapitalisten) zu bereichern, sie findet statt, um Mehrwert zu schaffen.

               

              Es ist wie in dem berühmten Spiel Monopoly: Die Einkünfte, die die Spieler erzielen, sind Einkünfte nicht aus Arbeit, sondern aus Kapital („Miete!“). Zu Beginn des Spiels hat jeder noch die gleiche Chance, gewinnbringendes Kapital zu erwerben. Jeder versucht natürlich, die besten Straßen (Parkstraße, Schlossallee usw.) zu ergattern. Sind die einmal vergeben, geht es für den einen ans Kassieren und für die anderen ans Zahlen. Wer viel Kapital angesammelt hat, gewinnt ständig Geld dazu, mit dem er immer mehr Kapital anhäufen kann und wird. Die anderen Spieler verlieren nach und nach ihr Kapital, das der Reiche aufgekauft. Die weitere Folge ist, dass den anderen Spielern auch das Geld ausgeht.

              Es ist wie der Nil in der Wüste: Der Fluss ist breit und stark, aber er versorgt nur wenig Land mit Wasser. Daher ist das meiste Land eine Wüste. Würde das Wasser des Nils sich besser über das Land verteilen, wäre das Land insgesamt fruchtbar.

              Würde sich in Deutschland der Geldfluss unter der Bevölkerung besser verteilen, wäre die Wirtschaft gesund. Wie gezeigt, hängt der Geldfluss in privaten Händen heute vor allem vom Einkommen aus Vermögen ab; das Einkommen aus Arbeit ist viel zu gering. Ohne eine gesetzliche Begrenzung der Ressourcen wird die Krankheit unserer Wirtschaft nicht heilen.

               

              Die Ökonomisierung des Menschen läuft auf Hochtouren, denn die gesamte Lebensqualität der Menschen fällt – wenn wir in diesem Tempo weitermachen - der kapitalistischen Profitmaximierung zum Opfer.

              Nur der Malocher wird darüber nicht aufgeklärt und wird mit Verblödungs-TV ruhiggestellt. Diese fatale Entwicklung haben wir den marktradikalen Aposteln mitsamt ihren schreibenden Bütteln zu verdanken.

              Schaut man sich die bürgerlichen Presseorgane an, so werden die Erwerbslosen fast durchweg als Sozialschmarotzer diffamiert. Die elitären Oberschichten bereiten den Boden für weitere Kürzungsorgien vor.

              Müntefering: "Nur wer arbeitet soll auch essen!" Mit anderen Worten: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" Das wäre in der Tat die Endlösung des Arbeitslosenproblems.


              Und jetzt fehlt mir noch derjenige, der fragt was dies alles mit Fußball oder Henry zu tun hat. Womit wir bei meinem dritten Punkt wären: Bildung und Erziehung. Dazu aber an anderer Stelle mehr, demnächst in diesem Theater.... Frohe Weihnachten!

              • Re: Spinnen die bei Sky England?
                skai

                Zum eine ist das nicht Sky Deutschland mit seinen 4 Mio Kunden , sondern ehemals BSkyB mit ca 15 Mio Kunden und einem jährlichen Umsatz von 7,235 Mrd Britischen Pfund (=9,22 Mrd Euro) im Jahr 2013. Sky Deutschland hat dagegen mickrige 1,7 Mrd Euro Umsatz. Natürlich ist das eine enorme Summe, aber ich glaube allein vom Werbewert und dem Image dieses Stars ist das ein durchaus sinnvolles Investment. In Großbritannien ist auch der Wettbewerb mit BT Sports sehr stark für Sky. Hier in Deutschland sind solche Summe bis jetzt unvorstellbar für Sky, aber vielleicht in ferner Zukunft...